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Jeannette Schulz
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Chinesische Medizin
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Wilde Karde

Gemüse-Heilkunde im Siepental

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum)

Die Karde gehört zu den Pflanzen, die sich bei uns im Siepengarten offenbar wohl fühlt, es haben sich sehr viele flache Rosetten am Boden gebildet, aus denen dann im nächsten Jahr lange Blütenstile mit diesen ganz auffälligen stacheligen Blütenköpfen hervorwachsen. Ein paar trockene Blüten aus diesem Jahr sind auch noch zu sehen.

Mit den getrockneten Blütenköpfen wurden früher Wolle und andere Textilfasern gekämmt (kardiert), dazu wurde sie in Europa
viele Jahrhunderte angebaut.

In der Heilkunde wurde besonders die Wurzel genutzt, Dioskorides (1. Jh. n Chr.) empfahl, daraus eine Salbe gegen Fisteln und Analfissuren herzustellen. Hildegard von Bingen rät zu innerer Anwendung nach Vergiftungen und als Einreibung bei Hautausschlägen.

In der modernen Naturheilkunde wurde die Karde eher selten (z. B. bei Verdauungsbeschwerden) genutzt, bis sie vor einigen Jahren durch den Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl wieder bekannter wurde.

Auf der Suche nach einer geeigneten Pflanze zur Selbstbehandlung stieß er über den Umweg der Chinesischen Karde (Dipsacus asperoides) auf einen Behandler, der die heimische Karde gegen Borreliose einsetzte. Storl nimmt zur Kardenkur die frisch geerntete Wurzel der einjährigen Pflanze samt Blattherz, die er drei Wochen mit Korn oder Wodka übergossen ziehen lässt. Diese Tinktur wird täglich tropfenweise eingenommen. Den Tee aus der frischen oder getrockneten Wurzel oder den Blättern empfiehlt er denen, die keinen Alkohol vertragen.