Naturheilpraxis Jeannette Schulz in Essen


Gemüse-Heilkunde im Siepental

Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Im März blühen noch nicht so viele Stauden im Siepental, das gefleckte oder echte Lungenkraut ist in diesem Jahr schon seit Februar da, gut zu erkennen an seinen rosa und lila Blüten und den typisch gefleckten Blättern. Es ist in Mitteleuropa heimisch und gehört, wie Beinwell und Borretsch, zu den Raublattgewächsen. An Stängeln, Blättern und Kelchblättern sind die Pflanzen rau behaart, fühlen sich eher flauschig als rau an.

Langrüsselige Bienen und Hummeln besuchen die schlüsselblumenähnlichen Blüten, die sich nach ein paar Tagen von rosa nach lila verfärben. So kann man an einer Pflanze beide Farben gleichzeitig bewundern, das führte regional zu vielen lustigen Beinamen, wie z. B.: Hänsel und Gretel, Brüderchen und Schwesterchen, Vater-Mutter, Fleisch und Blut, Adam und Eva.

In der traditionellen Heilkunde wurde das Lungenkraut bei Atemwegserkrankungen und als Wundheilmittel eingesetzt, Hildegard von Bingen empfahl es bei verschiedenen Lungenerkrankungen verabreicht als Tee oder Heilwein.

In der sogenannten evidenzbasierten Medizin (also nach heutigem Stand wissenschaftlich nachweisbar) räumt man dem Lungenkraut eine reizlindernde und schwach auswurffördernde Wirkung ein. Erklärt wird die Wirkung durch den Gehalt an Schleimstoffen. Die äußerliche Anwendung in der Naturheilkunde ist auch nachweisbar, als wirksamer Stoff wird das Allantoin angesehen. Außerdem enthält Lungenkraut Flavonoide (z. B. Quercetin) und bis zu 15 % Mineralstoffe (darunter Kieselsäure), Gerbstoffe und Vitamin C.

Tee kann aus dem getrockneten Kraut oder der ganzen frischen Pflanze (1 Teelöffel mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen) bereitet werden.

In der naturheilkundlichen Tiermedizin wird das Lungenkraut auch als Hustenmittel genutzt.

Bis in den Mai kann man frische Blättchen als Zutat für die Wildkräuterküche probieren, sie schmecken gurkenähnlich, und auch die Blüten sind essbar.

Wer selber sammelt, sollte - wie immer - die Pflanze gut kennen und sie nicht mit dem giftigen Roten Fingerhut verwechseln. Dieser wächst an ähnlichen Standorten und hat im im Frühling ähnliche Rosettenblätter und ist ebenfalls behaart, blüht aber erst ab Juni und wird deutlich größer.

Wer mehr über Heilpflanzen erfahren möchte - wilde und kultivierte -, über Anbau, Ernte und Anwendung oder sein Wissen und seine Erfahrungen weitergeben möchte, ist eingeladen, jeden ersten Mittwoch im Monat um 16.30 Uhr zum „Gesundheitsgarten“ im Siepental, Ahrfeldstraße.





Jeannette Schulz
Praxis für
Chinesische Medizin
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