Naturheilpraxis Jeannette Schulz in Essen


Gemüse-Heilkunde im Siepental

Beifuß (Moxakraut, Artemisia vulgaris)

Der gemeine Beifuß ist eine sehr gewöhnliche heimische Pflanze, die unauffällig fast überall wächst und heute höchstens bei Allergikern wegen ihrer Pollen Beachtung findet. Dabei wurde sie, wie der Wermut (Artemisia absinthium) nach der Göttin Artemis benannt und als "Die Mutter aller Kräuter" gelobt (Macerfloridus, Heilpflanzen-Lehrgedicht aus dem 11. Jahrhundert). Tatsächlich gehört sie zu den ganz großen alten Heilpflanzen der Volksheilkunde, besonders wichtig als Tee in der Frauenheilkunde oder als Lebermittel, aber auch für Auflagen, Waschungen bei Infekten und Schmerzen und ganz wichtig: für Räucherungen.

Relativ bekannt - auch heute noch - ist ihr Einsatz als Gänsebratengewürz zur Verbesserung der Fettverdauung. Dafür verwendet man die Triebspitzen getrocknet oder frisch (vor Oktober geerntet, sonst sind sie zu bitter). Als Tee verwendet man ihn als bitter, aromatisches Kraut, z. B. bei Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen. In der Schwangerschaft und bei starken Regelblutungen ist die innerliche Einnahme verboten und auch sonst Vorsicht bei der Dosierung. Mein Vorschlag ist, sich dieser mächtigen Pflanze vorsichtig zu nähern und erst mal mit äußeren Anwendungen oder Räucherungen zu beginnen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden verschiedene Beifuß-Arten für unterschiedliche Zwecke als Dekokt eingesetzt (z. B. der einjährige Beifuß zur Behandlung von Malaria). Bei uns im Westen ist mit Bekanntwerden der Akupunktur auch die Moxibustion verbreitet worden. Moxakraut ist nichts anderes als Beifußkraut (es werden in Asien mehrere Varietäten verwendet), das getrocknet zu Zigarren oder Kegeln verarbeitetwird. Diese werden über Akupunkturpunkten abgebrannt, um diese zu erwärmen und die Selbstheilung anzuregen - das kann man leicht lernen und bei sich selber machen. Beifuß-Zigarren gibt es im Asienladen oder selbstgemacht aus den jungen, getrockneten Blättern.


Wer mehr über Heilpflanzen erfahren möchte - wilde und kultivierte -, über Anbau, Ernte und Anwendung oder sein Wissen und seine Erfahrungen weitergeben möchte, ist eingeladen, jeden ersten Mittwoch im Monat um 16.30 Uhr zum „Gesundheitsgarten“ im Siepental, Ahrfeldstraße.





Jeannette Schulz
Praxis für
Chinesische Medizin
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